Zur statistischen Umgebung XploRe gehörte ein umfangreicher Bestand an Tutorials, der als eigener Teil des Hilfesystems geführt wurde. Er war in sieben Teile zuzüglich Vorwort und Anhang gegliedert und führte vom ersten Programmstart bis zur eigenen Programmierung. Bemerkenswert ist die Anordnung: Die Tutorials waren nicht nach Programmfunktionen sortiert, sondern nach statistischen Aufgaben – ein Aufbau, der eher einem Lehrbuch als einem Handbuch entspricht.

Die Gliederung
Nach einem Vorwort setzte Teil I – First Steps mit den ersten Schritten ein: Programmstart, Bedienung der Oberfläche, Einlesen von Daten, erste Befehle. Teil II – Teaching Statistics behandelte die Vermittlung statistischer Grundbegriffe und richtete sich damit ausdrücklich an Lehrende, nicht nur an Anwender. Dass ein Softwarehandbuch einen eigenen Abschnitt für die Lehre vorsieht, war und ist unüblich.
Teil III – Regression Models widmete sich Regressionsmodellen, dem in der angewandten Statistik am breitesten genutzten Verfahrensfeld. Hierzu zählte auch der Einstieg über Regressionsbäume nach dem CART-Verfahren. Teil IV – Data Exploration behandelte die Datenexploration, also jenen Vorgang, für den die Umgebung ihren Namen trug: die Untersuchung eines Datenbestands ohne vorab festgelegte Hypothese.
Teil V – Dynamic Statistical Systems befasste sich mit dynamischen statistischen Systemen, worunter unter anderem Zeitreihen fielen. Teil VI – Applications sammelte Anwendungsbeispiele aus verschiedenen Fachgebieten. Teil VII – Programming schließlich behandelte das Programmieren in der Sprache der Umgebung selbst – das Schreiben eigener Quantlets und deren Einbindung. Ein Anhang schloss die Reihe ab.
Der Aufbau als Lernweg
Die Abfolge ist bewusst gewählt. Wer bei Teil I beginnt und der Reihe folgt, lernt zuerst die Bedienung, dann das Unterrichten der Grundlagen, anschließend die beiden großen Verfahrensfelder Regression und Exploration, danach fortgeschrittene Modellklassen und praktische Anwendungen – und erst zuletzt das Programmieren. Das Programmieren steht damit nicht am Anfang als Hürde, sondern am Ende als Erweiterung.
Diese Reihenfolge entspricht der Ausrichtung der Umgebung, wie sie auf der Seite zur Produktphilosophie beschrieben ist. Die Sprache war das Fundament, aber der Einstieg sollte nicht über sie führen. Anwender, die zunächst nur auswerten wollten, konnten das tun; wer weiter ging, fand die Mittel vor, eigene Verfahren zu ergänzen.
Verhältnis zu Hilfesystem und Lehrbüchern
Die Tutorials waren technisch Teil des Hilfesystems und über dessen Inhaltsverzeichnis erreichbar. Sie unterschieden sich in der Funktion allerdings deutlich vom übrigen Hilfebestand: Während der Funktions- und Stichwortindex für das gezielte Nachschlagen eines Befehls gedacht war, waren die Tutorials zum Durchlesen gebaut. Beides parallel anzubieten ist folgerichtig, denn die beiden Nutzungsarten schließen sich aus: Wer einen Befehl sucht, will keinen Lehrtext, und wer lernt, will kein Verzeichnis.
Von den e-books unterschieden sich die Tutorials wiederum dadurch, dass sie die Umgebung selbst zum Gegenstand hatten. Die e-books behandelten statistische Theorie und benutzten die Umgebung als Werkzeug der Darstellung; die Tutorials behandelten die Umgebung und benutzten statistische Aufgaben als Anlass. Zusammen ergab das einen durchgehenden Weg von der Bedienung über die Methode bis zur Theorie.
Herkunft
Gepflegt wurde der Bestand von MD*TECH Method and Data Technologies, dem Unternehmen, das die Umgebung vertrieb und technisch betreute. Die inhaltliche Arbeit ging auf den Kreis der Statistiker an der Humboldt-Universität zu Berlin zurück, aus dem auch die Academic Edition und die e-book-Reihe hervorgingen.
Ein Handbuch, das nach Aufgaben ordnet
Die Entscheidung, nach statistischen Aufgaben und nicht nach Programmfunktionen zu gliedern, hat eine praktische Folge. Ein nach Funktionen geordnetes Handbuch beantwortet die Frage, was ein bestimmter Befehl tut; ein nach Aufgaben geordnetes beantwortet die Frage, welcher Befehl für ein bestimmtes Vorhaben in Betracht kommt. Anwender stellen im Regelfall die zweite Frage – die erste stellt sich erst, wenn der Name bereits bekannt ist.
Für das Nachschlagen einzelner Bezeichnungen stand mit dem Funktions- und Stichwortindex ein eigener Bestand bereit, sodass die Tutorials diese Aufgabe nicht mitübernehmen mussten. Beide Teile konnten dadurch bei ihrer jeweiligen Form bleiben: fortlaufender Text auf der einen, knapper Eintrag auf der anderen Seite.
